26. November 2022 – 14. Mai 2023
Kammerspiel: Die Sammlung Gabriele Rauschning
Haus der Graphischen Sammlung
Was bedeutet es, mit Kunst zu leben? Sie zu sammeln und zu besitzen? Welches Bild macht den Anfang und wie verändern sich Vorlieben? Verschieben sich Schwerpunkte? Wandelt sich der eigene Blick im Laufe der Zeit?
Die Hamburgerin Gabriele Rauschning war Juristin, Opernliebhaberin, Reisefan und Single-Frau. Über 50 Jahre trug sie eine umfangreiche Grafiksammlung zusammen – vom Realismus über Impressionismus, Expressionismus und Klassische Moderne bis hin zur Gegenwartskunst. Rund 150 Werke von 50 Künstler_innen aus 150 Jahren vermachte sie dem Museum für Neue Kunst und dem Augustinermuseum. Dieses lebendige Neben- und Miteinander zeigt das Haus der Graphischen Sammlung nun erstmals in zwei Kammerspielen.
28. Oktober 2022 – 19. Februar 2023
Phänomen Großmann trifft auf künstlerische Fotografie
Museum für Neue Kunst
Grafik und Malerei treffen auf Fotografie, Moderne trifft auf zeitgenössische Kunst: Der in Freiburg geborene Rudolf Großmann (1882–1941) arbeitete mit Stift, Feder, Nadel und Pinsel, er veröffentlichte als Publizist unzählige Texte und Illustrationen. Heute kennen ihn nur noch wenige. Um sein Werk neu zu betrachten, bringt die Ausstellung es mit künstlerischen Fotografien der Gegenwart zusammen. Welche Parallelen und Unterschiede offenbaren sich? Und wie spielen unsere Sehgewohnheiten hier mit hinein? Die in der Fotografie technisch vorgegebene Perspektive formt heute unser Bild von der Welt. Wie hat sie seine Wahrnehmung beeinflusst?
Werke Großmanns aus der Sammlung des Museums für Neue Kunst sowie Leihgaben aus dem Nachlass und dem Morat-Institut treten in einen Dialog mit künstlerischen Fotografien aus der renommierten Sammlung der Kunststiftung DZ BANK.
Rudolf Großmann trifft auf:
Viktoria Binschtok | Pietro Donzelli | VALIE EXPORT u. Peter Weibel | Arno Fischer | Gisèle Freund | Nan Goldin | Beate Gütschow | Sven Johne | Barbara Klemm | Lilly Lulay | Will McBride | Simone Nieweg | Angelika Platen | Barbara Probst | Jörg Sasse | Beat Streuli | Wolfgang Tillmans | Ulrich Wüst
16. September 2022 – 19. Februar 2023
Peter Dreher – Malen, um zu malen
Museum für Neue Kunst
Was passiert, wenn man das gleiche Motiv über einen Zeitraum von über 40 Jahren immer und immer wieder malt? Peter Dreher (1932-2020) ist insbesondere für seine Gläser-Bilder bekannt, denen er den Titel Tag um Tag guter Tag gab: Fast 5000 Mal malte er in den Jahren 1972 bis zu seinem Tod 2020 dasselbe schlichte Glas vor demselben Hintergrund in seinem Atelier. Das Malen selbst war es, das Dreher interessierte, das er befragte und diese Frage als Professor an der Außenstelle der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe in Freiburg an viele junge Künstler_innen weitergab.
In diesem Jahr wäre Peter Dreher 90 Jahre alt geworden, 10 Jahre ist seine umfangreiche Schenkung von über 400 Gläsern an das Museum für Neue Kunst her und ein wichtiges Werk, der Freiburger Garten (1979), erweitert als Dauerleihgabe des Freiburger Regierungspräsidiums seit kurzem die Sammlung des Museums für Neue Kunst.
25. März – 9. Oktober 2022
Someone Else. Die Fremdheit der Kinder
Museum für Neue Kunst
Wir alle sind Kinder, jemandes Kind, ein Leben lang. Manche von uns sind selbst Eltern. Wir wachsen in unterschiedlichen familiären Konstellationen, kulturellen und sozialen Kontexten auf, die uns prägen. Wir gehören dazu, ob wir wollen oder nicht. Trotzdem sind wir alle grundsätzlich verschieden, das trennt uns und macht uns fremd – auch Kinder und Eltern, Liebende und Freunde.
Diese grundlegende und dauerhafte Fremdheit, die kein Ergebnis von Entfremdung ist, nimmt Someone Else in den Blick. Was bedeutet sie für das Zusammenleben von Menschen? Und für unsere Auffassungen von vertraut und fremd? Was für unsere Identität und unseren Umgang mit Fremden?
Diesen Fragen gehen die Werke internationaler Künstler_innen nach. Erik Levine entdeckte nach dem Tod seines Vaters in dessen Nachlass Filmaufnahmen. Sie zeigen ihn als einen Unbekannten, der einen Großteil seines Lebens vor dem Sohn geheim gehalten hat. Jamie Diamond stellt für ihre vermeintlichen Familienporträts Gruppen fremder Menschen zusammen und spielt so mit der Erwartungshaltung der Betrachtenden. Was geschieht, wenn Eltern den Verlust ihres Kindes nicht annehmen können, behandelt Omer Fasts Film Continuity. Ein Paar inszeniert nach dem Tod ihres Sohns seine Wiederkehr mit wechselnden Akteuren.
Mit: Steve Carr | Larry Clark | Jamie Diamond | Jimmie Durham | Omer Fast | Ronnie van Hout | Ragnar Kjartansson | Erik Levine | Alex McQuilkin | Karam Natour | Véréna Paravel | Lucien Castaing-Taylor | Chloe Piene | Ben Rivers | Anri Sala | Liina Siib | Dominik Sittig | SNFU | Louk Vreeswijk | Wladimir Zabotin